Presseartikel Nr. 1/2009 des Ghana-Kreises St. Georg in Ahaus-Ottenstein e.V.

 

Wasser ist wichtiger als Gold

Diese Aussage konnten die Reiseteilnehmer des Ghana-Kreises St. Georg in Ottenstein bestätigen.

Anfang Juli machten sie sich auf die Reise nach Ghana, um der Partnergemeinde St. Augustine in Bulenga-Chaggu einen Besuch abzustatten. In den Norden Ghanas reisten:

Brigitta Malyszek, Ida und Werner Nabbefeld sowie Marianne Jessing.

Anlass der Reise war u. a., lieb gewonnene Kontakte zu pflegen, aber auch die Projektarbeit zu vertiefen. Ein umfangreiches Programm erwartete sie, das durch Father Aloysius (der Ottensteiner Gemeinde bekannt) und Father Linus, dem neuen Pfarrer der Gemeinde, erarbeitet worden war:

Gespräche mit Bischof Bemile, der Direktorin der Schulbehörde, dem Assemble-Man sowie dem Chief-Administrator der Regional-Regierung wurden geführt (der Besuch beim Regional-Minister fiel aus, weil dieser kurzfristig nach Accra eingeladen worden war, um am Empfang für Barack Obama teilzunehmen!).

Grund der Gespräche mit den Vertretern der öffentlichen Stellen war u. a. auch, Zusagen einzuholen, wann die Missionsstation und damit das dazu gehörige Schulzentrum Zugang zur öffentlichen Stromversorgung bekommen werden. Die Ottensteiner Delegation machte deutlich, dass ohne Stromversorgung weitere Planungen für den Bau einer Vocational-School (gleichzusetzen mit einer berufsbildenden Schule) sinnlos seien. Zugesagt wurde, dass bis Ende des Jahres der Anschluss an das öffentliche Stromnetz erfolgen soll. Bischof Bemile versprach zudem, persönlich diese Zusage überprüfen zu wollen.

Der Kindergarten, der aus Spendengeldern der Ottensteiner Bevölkerung und Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit erbaut werden konnte (MZ berichtete darüber), wurde am 12. 7. in einer großen Zeremonie, die über 4 Stunden dauerte, eingeweiht. Die Organisatoren hatten diesen Termin bestimmt, um den Ottensteinern die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben. Es war für sie bewegend zu sehen, dass mit dem Bau ein großes Ziel in der Projektarbeit verwirklicht werden konnte und somit über 230 Kinder eine Einrichtung nutzen können, die ihresgleichen im Norden Ghanas sucht.

Die Infrastruktur  (vor allem der Wegebau) in der Pfarrgemeinde war verbessert worden, sodass auch in der jetzt andauernden Regenzeit einige Außenstationen und Dörfer erreicht werden konnten, in der offensichtlich noch nie Weiße gewesen waren. Schockierend war es zu sehen, dass Dörfer nicht über Brunnenanlagen verfügen, aus denen sauberes Wasser gepumpt werden kann. Die Menschen müssen Wasserstellen nutzen, in denen man sumpfiges braunes Wasser vorfindet, das auch für die Tiere zugänglich ist. Aus diesen Wasserlöchern holen die Frauen täglich das Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen. Dass Krankheitserreger sich dort tummeln, ist ganz offensichtlich. „Wasser ist Gold“ – das ist keine leere Worthülse, das ist eine zutreffende Bezeichnung für das sichtbare Elend an den Wasserstellen.

Gespräche mit den Häuptlingen und Ältesten der Dörfer Bulenga und Chaggu gehören mit zum Pflichtprogramm eines jeden Besuches. Den Häuptlingen und Ältesten ist bewusst, dass durch die Hilfe der deutschen Partnergemeinde sich vieles im Bereich der Schulbildung und der Gesundheitsfürsorge verbessert hat. Der Dank dafür kam in allen Gesprächen zum Ausdruck, aber auch die Hoffnung, in der Zukunft nicht vergessen zu werden.

Gespräche mit dem Partnerschafts- sowie Eltern/Lehrer-Komitee rundeten den Aufenthalt ab.

Mit vielen guten Wünschen machte sich die Ottensteiner Delegation auf den Rückweg in dem Bewusstsein, eine Reise mit vielen Eindrücken erlebt zu haben, die in die weitergehende Projektarbeit eingebracht werden können. Es war sicherlich nicht der letzte Aufenthalt in der Partnergemeinde St. Augustine, der zwar sehr anstrengend war, aber für jeden Einzelnen eine Bereicherung.

Nachsatz:

Der Ghana-Kreis hat zwischenzeitlich eine weitere Brunnenbohrung in Auftrag gegeben, die Vorarbeiten sind abgeschlossen. Nach Ende der Regenzeit wird die Brunnenbohrung erfolgen, z. Zt. ist es nicht möglich, mit dem erforderlichen schweren Gerät die vorgesehene Bohrstelle anzufahren.

Die Kosten hierfür belaufen sich auf 4.000 €. Sie werden aus Spendengeldern übernommen.

Allen Spendern und Sponsoren sei auf diesem Wege herzlich gedankt.